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Wittmann_Besuch_2011_Uhr02

Foto: Ludwig Hammer

Den Abschluss einer Deutschlandrundreise von München an den Bodensee und in den Schwarzwald bildete für die fünf Familien aus den USA der Besuch im Heimatdorf ihrer Vorfahren: Dörtel.

Nachfahren der vor 131 Jahren ausgewanderten Brüder Wittmann besuchten Dörtel

Den Abschluss einer Deutschlandrundreise von München an den Bodensee und in den Schwarzwald bildete für die fünf Familien aus den USA der Besuch im Heimatdorf ihrer Vorfahren: Dörtel.

Die örtlichen Vereine - der Angelsportverein, der Förderverein altes Schulhaus und die evangelische Schulstiftung - teilten sich die Kosten für einen reichhaltigen Mittagstisch und Kaffeenachmittag und sorgten damit  auf dem Dorfplatz samt Hof vor dem ehemaligen Schulhaus für unvergessliche Stunden. Ein Gästewunsch war Sauerbraten, Schnitzel und Bratwurst mit einem gemischten Salatangebot, das dem Küchenteam viel Lob einbrachte.

Höhepunkt der Begegnung war ein kleiner Festakt bei der  Dorfuhr, die von den drei Auswanderern Wittmann gestiftet und im Jahre 1927 eingeweiht worden war. Mit einem amerikanischen Marsch eröffnete  die Musikkapelle Wachbach unter Leitung von Werner Gebert die  Feierstunde.  Ortschaftsrat Hans Hoffmann freute sich, dass die Nachfahren der 1880 ausgewanderten Gebrüder Wittmann noch Dörteler Blut in den Adern und die Heimat ihrer Ahnen nicht vergessen hätten.

Die Dorfuhr, die von den Auswanderern einst gestiftet wurde, sei jahrzehntelang durch die Familien Ehrenfeld und Thomas bedient, beim täglichen  Läuten im Einsatz gewesen, ehe das Uhr- und Läutwerk auf elektrischen Betrieb umgestellt wurde. Die Uhr erinnere bis heute - es gibt Mittag- und Abendläuten an die Stifter und deren Geldspende von 540 Dollar im  Jahre 1927. "Willkommen daheim - willkommen in Dörtel" - so formulierte  Bürgermeister-Stellvertreter Klaus-Dieter Brunotte seine Grußworte. Er sprach von der Heimatliebe der drei Auswanderer, die damit vor über 80 Jahren ihrem Heimatdort ein Denkmal gesetzt hätten. Brunotte, der wie viele Bürger aus Bad Mergentheim Beziehungen zu den heutigen Dörteler Einwohnern hat, stellte den Amerikanern auch die Stadt Bad Mergentheim mit ihrer Geschichte und ihrer Bedeutung als Kurort vor.

Als Triebfeder des Besuches in der Heimat der Groväter - ihr Vater war noch ein gebürtiger Wittmann - zeigte sich Marylin Poskitt, die mit ihrem Mann Donald, vier Kindern und deren Ehepartnern samt elf Enkeln  angereist war - überaus glücklich übber die herzliche Aufnahme der Sippe. "Wir hoffen, dass die Verbindung mit ihrem schönen Land auch weiterhin  erhalten bleibt", betonte die heutige "Ur-Mutter", auf deren Initiative hin der Deutschlandbesuch zustande gekommen war. Am Nachmittag gab es noch einen Spaziergang zum einstigen, heute leerstehenden  Wittmann-Geburtsthaus.